Mangelnde Qualitätssicherung im rechten Lager
Warum uns Grifter, Selbstdarsteller und Feindagenten uns um den Sieg bringen werden.
Jürgen Elsässers Compact-Magazin wurde von der antifaschistischen und antideutschen Innenministerin Nancy Faeser verboten. Warum sie als Einzelperson überhaupt das Recht dazu hat, ist mir als Nicht-Juristen nicht klar. In einem Tweet schrieb sie:
Ich habe heute das rechtsextremistische Compact-Magazin verboten. Es agitiert auf unsägliche Weise gegen Jüdinnen und Juden, gegen Muslime und gegen unsere Demokratie. Unser Verbot ist ein harter Schlag gegen die rechtsextremistische Szene.
Es sollte nicht lange dauern, schon folgten die ersten Solidaritätsbekundungen aus dem rechten Lager mit Elsässer und dem Compact-Team. Denn wenn jemand vom Mainstream als rechtsextremistisch bezeichnet wird, dann muss er ja einer von uns sein.
Es ist beängstigend, dass die BRD nicht nur einfach so, nach Gutdünken einer linksextremen Ministerin, Zeitschriften verbieten kann, sondern sich ihrer Stärke scheinbar so sicher ist, dass sie es sogar tut und auch noch öffentlichkeitswirksam damit herumprahlt. Dass auf ein Blatt Papier geschriebene Rechte natürlich nicht die reale Macht der herrschenden Elite einschränken, sollte bekannt sein. Anscheinend sind aber nicht einmal mehr die machttheoretischen Überlegungen, die die BRD bisher zumindest zur Simulation eines Rechtsstaates genötigt haben, eine Einschränkung.
Dass Faesers Verbot allerdings wirklich ein harter Schlag gegen die von ihr als solche bezeichnete „rechtsextremistische Szene“ ist, wage ich zu bezweifeln. Denn das Compact-Magazin war bestenfalls, ich betone: bestenfalls, ein Werkzeug Elsässers, naiven Boomern durch niveaulose Bespaßung und an Betrug grenzende Produkte im Onlineshop das Geld aus der Tasche zu ziehen, wahrscheinlicher aber sogar ein Mittel russischer Desinformationskampagnen. Das Magazin ist in den vielen Jahren seines Bestehens vor allem durch das Verbreiten unseriöser Verschwörungstheorien und prorussischer Propaganda aufgefallen, hat sogar einmal die antideutsche Bolschewistin Sarah Wagenknecht groß unter der Überschrift „die beste Kanzlerin“ auf seiner Titelseite präsentiert. Mittlerweile steht Wagenknechts bolschewistisches Bündnis in Sachsen und Thüringen laut Umfragen bei 15 bis 20%, wobei ein beachtlicher Teil der Stimmen der AfD weggenommen wurde. Wie weit Elsässers Magazin dafür verantwortlich ist, kann ich nicht beurteilen, wahrscheinlich wären Ossi-Boomer auch ohne seine schädliche Propaganda blöd genug, Wagenknecht zu wählen, gut getan hat er dem rechten Lager mit seiner Aktion jedenfalls nicht.
Es soll mir in diesem Artikel auch nicht so sehr darum gehen, das Verbot des Compact-Magazins zu beurteilen, ob es uns schlussendlich mehr schadet oder nutzt, wird die Zukunft zeigen. Ich sehe den Verlust jedenfalls als nicht all zu groß und bin eher schockiert, dass das Compact-Magazin es geschafft hat, überhaupt ein so einflussreicher Faktor im rechten Lager zu werden. In der Pressemitteilung des BMI heißt es auch:
Die Compact-Magazin GmbH ist ein zentraler Akteur bei der Vernetzung der Neuen Rechten.
Das größere und – im Gegensatz zu Faesers Verboten – auch von uns beeinflussbare Problem ist die Qualitätssicherung innerhalb des rechten Lagers – oder, um genauer zu sein, der Mangel einer solchen.
Das Compact-Magazin ist bei weitem nicht der einzige Fall eines vermeintlich rechten Mediums, das beinahe ausschließlich dafür bekannt ist, extrem minderwertige Beiträge zu bringen, die zwar von geistig behinderten Boomern mit Freude konsumiert werden, für alle anderen Bevölkerungsschichten aber einfach nur abstoßend sind. Wenn das Compact-Magazin uns nach außen repräsentiert, wenn es das erste ist, an das die Menschen denken, wenn sie „rechts“ hören, dann müssen wir uns nicht wundern, dass wir als dumm, primitiv und verrückt gelten und dass niemand mit uns zu tun haben will. Eine konsequente rechte Bewegung hätte das Compact-Magazin wegen seiner schwerwiegenden qualitativen Mängel nicht nur einfach ignoriert, sondern aktiv ausgeschlossen. Wer sich an stumpfsinnigen WEF- oder Bill-Gates-Verschwörungstheorien beteiligt, von einer Corona-Diktatur schwafelt, die Regierung als faschistisch bezeichnet oder offensichtlichste prorussische Propaganda macht, der hat in unserem Lager nichts verloren. Wer in seinem Onlineshop Münzen mit einem Materialwert von 11€ um 75€ verkauft und sie seinen dummen Kunden auch noch als wertstabile Anlage unterjubeln will, der hat in unserem Lager nichts verloren. Wer die rechte Sache nur zur Selbstinszenierung, als Geldmacherei oder Absatzmarkt für die Lügen seiner Herren in Moskau sieht, der hat in unserem Lager nichts verloren.
Wir sind kein Zirkus, keine Freakshow und auch keine inklusive Behindertenwerkstatt, in der jeder Trottel herzlich willkommen ist, wenn er nur ein paar Signalwörter nachplappert, die er einmal im Internet aufgeschnappt hat. Zumindest sollten wir das nicht sein. Unser Ziel ist es, die aktuellen Eliten zu entmachten und durch neue, bessere Eliten zu ersetzen. Diesem Ziel kommen wir sicher nicht näher, wenn wir uns für jede auch nur ansatzweise elitäre Person als maximal abstoßen präsentieren, wie es Compact und seine Anhänger getan haben.
Das Verlangen danach, jeden noch so erbärmliche, dahergelaufenen Trottel mit offenen Armen im eigenen Lager zu empfangen, entspringt einem egalitären und damit zutiefst unrechten Geist, es entspringt der Populismustäuschung. Auf meine Kritik an diversen rechten Niveaulosigkeiten, auch schon lange vor dem Compact-Verbot, bekomme ich stets die gleichen Antworten: man müsse doch die einfachen Leute „abholen“, „für sich gewinnen“, damit sie dann mit ihren ach so wertvollen Wählerstimmen die Wende bringen. Die extrem effiziente Oppositionsausschaltungsmaschinerie des von mir so genannten „Political Cinematic Universe“ beweist auch hier wieder, wie gut sie funktioniert. Der demokratische Egalitarismus, die wahnsinnige Vorstellung, Macht zu erlangen, in dem man genug Ballastexistenzen dazu motiviert, ein Blatt Papier in eine Kiste zu werfen, hat einen Wettlauf nach unten eröffnet: man wetteifert darum, wer das Niveau noch weiter absenken kann, wer sich selbst noch mehr zum Clown machen kann, um auch noch den niedersten Bodensatz der Gesellschaft für die eigene Sache zu gewinnen – auch wenn man zu diesem Zweck verheimlichen muss, was die eigene Sache überhaupt ist. Musterbeispiel für diese Pöbelstrategie ist der Coronaboomer, mit dem ich vor einigen Jahren Flyern gewesen bin, der mit ernstem Gesicht einem verkrüppelten und obdachlosen Alkoholiker im Rollstuhl einen seiner Flyer in die Hand gedrückt hat.
Die maßnahmenkritische Bewegung zu Coronazeiten war ein Höhepunkt dieser Vertrottelung des rechten Lagers. Strohdumme Vollidioten haben die wildesten Verschwörungstheorien geglaubt und weiterverbreitet – natürlich angefeuert von Jürgen Elsässers Schundblatt – haben sich auf Demos benommen wie Kleinkinder mit Down-Syndrom, lärmend und in hässliche Lumpen gekleidet, und haben damit jeden Zweifler, der auch seine berechtigten Probleme mit den Coronamaßnahmen gehabt hat, von sich abgestoßen und damit wieder näher an die Regierung gebracht. Der unbewusst ausgelöste Gedanke dabei: Wenn diese Affenparty der Gegner der Coronamaßnahmen ist, dann muss die sich als seriös präsentierende Regierung wohl doch recht haben.
Rechte Grundforderungen wie ein Ende der Massenmigration haben in allen Umfragen große Mehrheiten hinter sich. Warum dümpelt also selbst die vergleichsweise moderate AfD irgendwo knapp unter 20% herum? Ungeachtet dessen, dass ein Wahlsieg natürlich keine reale Macht bringt, warum schafft die AfD es nicht einmal, diesen Wahlsieg einzufahren, wenn sie doch inhaltlich eine Mehrheit der Bevölkerung hinter sich hätte? Die Antwort ist einfach: weil das rechte Lager abstoßend ist. Mit der Orientierung nach unten, der populistischen Strategie, kann man vielleicht die natürlichen Loser einer jeden Gesellschaft abgreifen, potenzielle Eliten werden dadurch aber vergrault.
Das rechte Lager unterliegt, wie jede politische Bewegung, gewissen negativen Dynamiken, die es lähmen und nachhaltige Siege verunmöglichen. Für viele Akteure, besonders die unterschichtigen, liefert es eine Ersatzidentität und fördert einen Gruppennarzismus. Dieser führt dazu, dass jeder, der ein paar rechte Standardparolen schwingen kann, sofort als vertrauenswürdiger Teil der Gruppe gesehen wird. Die meisten Rechten wollen nicht gewinnen, sie wollen unterhalten werden. In ihrer inklusiven Party ist jeder willkommen, es gibt keinerlei Qualitätskontrollen, es werden unhinterfragt Leute gepusht, die sich später als Verräter oder Agenten herausstellen, es sei hier an den Fall Lisa Licentia erinnert. Für Grifter ist es ein leichtes Spiel, gutgläubigen Idioten mit einem geschickt konstruierten Unterhaltungsprogramm das Geld aus der Tasche zu ziehen, um sich selbst zu bereichern. In diesem negativen Umfeld, das von Gruppennarzismus und Partystimmung dominiert wird, ist es kein Wunder, dass ein antideutscher Bolschewist und Agent Moskaus, wie Jürgen Elsässer, mit seinem maximal peinlichen Magazin zu einer der führenden Größen der Szene werden konnte. Es hat genügt, zu behaupten, jetzt plötzlich „Patriot“ zu sein, und all seine antideutsche Hetze und sein Kommunismus sind ihm schlagartig verziehen worden. Er hat Merkel kritisiert, also ist er einer von uns.
Ob die Person Elässer nur ein Grifter oder sogar ein Agent Russlands ist, kann ich nicht beurteilen. Fakt ist aber, dass sich aufgrund der nichtvorhandenen Qualitätssicherung zahllose feindliche Agenten eingeschlichen haben – darunter nicht nur russische sondern auch amerikanische und zionistische. Auch der linkextremen CDU ist es mit ihrem antideutschen Agenten Julian Reichelt und dem Boomerbespaßungsportal Nius gelungen, zu einem großen Einflussfaktor zu werden. Dass nicht jeder Boomer diesen Trick durchschaut, ist klar, unverzeihlich ist es aber, wenn auch die intelligenteren Rechten diese feindlichen Agenten pushen. Es ist kein Geheimnis, dass Nius und andere CDU-Projekte explizit dafür gegründet worden sind, der AfD zu schaden und die CDU als konservative Opposition zu inszenieren. Das sprechen ihre Gründer und Finanziers offen aus. Feindmedien wie sie, wie der gesamte amerikanische Anti-Woke-Komplex, der implizit farbenblinden Egalitarismus, amerikanischen Konservatismus und Zionismus bewirbt, oder wie diverse prorussische Propagandamedien dürfen keinen Platz im rechten Lager haben.
Wenn man gewinnen will, darf man sich nicht für jeden Dahergelaufenen öffnen und erst recht nicht darf man Agenten seiner Feinde zu den wichtigsten Medienmacher innerhalb der eigenen Bewegung heranwachsen lassen. Ein Elitenwechsel funktioniert nicht durch das Bespaßen des machtlosen Lumpenproletariats sondern durch Disziplin, Organisation und die perfekte Koordination potenzieller Gegeneliten. Es gibt auch in der deutschen Oberschicht einige Leute, die mit der aktuellen Politik unzufrieden sind und die sich einen Elitenwechsel wünschen. Diese Leute gilt es auf unsere Seite zu bringen und in unsere Netzwerke einzubauen. Solange wir nach außen aber durch das Compact-Magazin und seine Leser repräsentiert werden, wird das nicht gelingen. Denn so erwecken wir nicht den Eindruck, dass wir irgendjemandem von Rang und Namen etwas zu bieten hätten.
Das rechte Lager darf nicht als ein Sammelbecken für Fremde und Freaks fungieren, es muss eine elitäre und gut organisierte Bewegung der exzellenten Individuen sein. Es braucht eine radikale Qualitätssicherung, die Peinlichkeiten rigoros verfolgt und schädliche Akteure ausschließt. Es braucht außerdem eine funktionierende Spionageabwehr, die dazu in der Lage ist, eingeschleuste Agenten, egal aus welcher Richtung, zu identifizieren und unschädlich zu machen. Es muss Versuche, sich durch ein Mitschwimmen an der rechten Trendwelle zu bereichern, beenden, Grifter und Selbstdarsteller ausschließen und jeden Versuch, durch das Absenken des eigenen Niveaus niedrigere Gesellschaftsschichten „anzusprechen“ abwehren.
Noch freut sich Nancy Faeser über ihr Compact-Verbot. Wenn wir aber die richtigen Schlüsse daraus ziehen, könnte es sich für sie noch als ein gewaltiges Eigentor herausstellen, denn sie hat damit für uns getan, wozu wir selber bisher nicht in der Lage waren: sie hat, ohne sich dessen bewusst zu sein, rechte Qualitätssicherung und Spionageabwehr betrieben.


Meine Antwort hier
https://luftpirat.substack.com/p/lambdas-doppelter-cope